Der Biber ist das zweitgrößte Nagetier der Welt, hat eine durchschnittliche Körpermasse von 18 kg und wird ca. 12 Jahre alt. Soweit zumindest zum namensgebenden Tier des Kurses der am letzten Wochenende gespielt wurde. Der Kurs ist etwas versteckt, nicht öffentlich bekannt und leider auch nicht wirklich permanent. Obwohl mit den kleinen runden Zielscheiben die Basti auf "seinem" Kurs verteilt hat, könnte man doch von einem zumindest halb permanenten Kurs sprechen.

Eingeladen hat Basti Eggs von den Merry Chains. Und zwar nicht zu einem offiziellen Turnier, sondern zu seinem Geburtstag. Um diesen gebührlich zu feiern fanden sich 14 Spieler aus Basel, Zürich, USA und natürlich Freiburg ein, denn Basti organisierte das "zweitbeste Turnier des Jahres", so meinte zumindest Gordian. Das Beste ist natürlich unser eigenes, wie kann es auch anders sein. Der Biberkurs, er heißt so da tatsächlich Biber auf dem Kursgelände leben, hat eine gewisse Ähnlichkeit zum Frankenholz. Zum einen macht sich das natürlich an den Waldbahnen fest, die ca. die Hälfte des Kurses ausmachen und zum anderen an den Korbpositionen.
Doch während in Heuweiler die Korbpositionen zwar teilweise fies sind, sind sie beim Bieber schlichtweg assi. Entweder sie stehen direkt neben einem OB, was ja noch akzeptable wäre, oder die Körbe stehen am Hang und neben einem Bach (und somit OB). Auch das wäre ja noch spielbar, wenn der Hang nicht 15 m steil in eine Schlucht hin abfallen würde, wie es bei Bahn 18 der Fall ist.

Signature Bahnen des Kurses gibt es dann auch einige. Zum einen bereits die erwähnte ominöse Bahn 18 mit den ständigen Deathputts, zum anderen die Bahn 7 die eine Fußgängerbrücke über eine Autobahn hinunter spielt. Generell kann man zu diesem Kurs nur sagen, dass es "sehr Schade ist, dass es ihn ansonsten nicht gibt". Spaß zu spielen macht er auf jeden Fall sehr. Auch wenn man keine Sekunde lang seine Aufmerksamkeit verlieren darf. Ein einfacher Parputt wird hier nämlich sehr schnell zu einer ungünstigen 6.

Nachdem die Freiburger Delegation überraschenderweise den 10 Uhr Playersmeeting Plan nicht einhalten konnte, ging es mit dem Apero halt erst eine halbe Stunde später los. So inoffizielle Turniere haben doch ganz klar ihren eigenen Reiz. Gemütlich den Apero schlürfend wurden dann auch die Flights bekannt gegeben. Die 14 Spieler verteilten sich auf zwei vierer und zwei dreier Flights. Gestartet wurde im Golf Start, "da sich manche Bahnen schneiden und wir ja genug Zeit haben" meinte TD und Geburtstagskind Basti.

Jon gesellte sich dann auch gleich zu Basti in den ersten Flight, zusammen mit Raffa und Cliff aus Zürich. Eine weitere Besonderheit des Turniers war das mögliche Mulligan jeweils beim ersten Wurf des Tages. Wenn einem sein erster Wurf also nicht ganz gefallen hat, macht man es halt nochmal. Nur den Wurf muss man dann nehmen. Auch wenn dieser schlechter ist als der erste Wurf. Da zum allerersten Mal der Kurs mit 16 Körben (2 Körbe wurden doppelt angespielt) stand, war es sehr angenehm den Kurs zu spielen. Im letzten Jahr musste man immer noch vor laufen und den Korb stellen.

So wirklich erfolgreich war allerdings keiner im Flight. Eigentlich waren so ziemlich alle Spielstärken vertreten, mit Raffa als Topspieler, Cliff aus dem Mittelfeld und Jon / Basti eher aus dem hinteren Drittel. Nur war die Scoreverteilung am Ende der ersten Runde nicht ganz so. Raffa hatte eindeutig zu viele OBs getroffen, öfters auch mehrmals auf einer Bahn, bzw. mehrmals das gleiche (Par 5 Bahn). Wirklich besser machten es die anderen drei auch nicht und so wurde die Aussage: "Wir spiele wieder zämme" zum Running Gag des Flights.

Eine zweite Runde auf dem Bieber war nicht geplant, dafür aber eine Industrial Round. Nur sah das Spielerfeld die Plan etwas anders und entschied sich, ganz der Schweizer Vorgehensweise nach, in einem demokratischen Prozess mit einer Gegenstimme, für eine Runde 2. "Wenn der Kurs mal mit Körben steht, muss man das auch ausnutzen", so der allgemeine O-Ton.

Auch in Runde zwei starteten zwei vierer Flights vor zwei dreier Flights. Bereits an Bahn zwei hatte das zur Folge, dass beide dreier Flights am gleichen Tee warten durften. Das wiederum hatte zur Folge, dass es ab diesem Zeitpunkt nur noch einen Sechser Flight gab. Trotz allem war man nun nicht wirklich langsamer als der Flight davor. Zusätzlich bestätigte sich dann auch das "Wir spiele wieder zämme", was für alle Beteiligten vollkommen in Ordnung war. Die große Gruppe hat dann auch fast allen Spielern so gut getan, dass OBs und unnötige Würfe größtenteils ausgelassen wurden und die Runde mehrere Würfe besser abgeschlossen wurde. So schaffte es Jon sich um 11 Würfe zu verbessern und Raffa um sagenhafte 20 Würfe.

Nach zwei teilweise sehr anstrengenden Bieberrunden, in denen man manchmal wie eine Bergziege die Hänge entlang klettern musste, wollte sich natürlich niemand das Vergnügen Industrial Golf nehmen lassen. Im Riesenflight mit allen 14 Spielern ging es also durch Fairways die von großen Frachtcontainern bestimmt waren. "Hier muss man nur zünden und die Container machen den Rest", stellte Gordian fest. Leider wollten die Container allerdings nicht alle Scheiben abprallen lassen und verschluckten auch die ein oder andere. Dass man überhaupt solch kleine Ritzen treffen konnte war leicht überraschend. Am Ende waren aus der Gruppe vier Scheiben verloren gegangen.

Bastis Geburtstag wurde aber nicht nur mit dem Turnier an sich gefeiert. Er hatte auch noch eine Hütte direkt neben dem Kurs gemietet bei der am Abend ausgiebig grilliert und gefeiert wurde. Auch ein paar Runden Wikingergolf und am Ende noch ein paar Bahnen Wii Disc Golf führte man sich zu Gemüte.

Hier schon mal ein großes Dankeschön an Bastis Frau die für das überaus leckere Essen gesorgt hat.

Am nächsten Morgen ging es zu einer angenehmen Uhrzeit (10:00 Uhr) dann weiter mit Runde drei. Dieses Mal wurde erst gar nicht versucht in zwei dreier Flights zu spielen und es wurde direkt in einem sechser Flight gestartet. Natürlich hatte der Biber so rein gar nichts an seiner Schwierigkeit verloren. Weiterhin galt es durchgängig hoch konzentriert zu sein um nicht ständig im OB zu liegen. Das gelang manch einem besser als anderen. Aber so sehr wichtig war der Score bei diesem Turnier nicht unbedingt, denn es ging hauptsächlich um Spaß. Bei schönem Sonnenschein, der die meiste Zeit vorgehalten hat, war das auch relativ einfach.

Am Ende gewann der Vorjahressieger und darf nun dem Bieber für ein Jahr bei sich zu Hause einen Ehrenplatz geben. Als Fazit kann man nur sagen, dass es ein überaus angenehmes kleines Turnier war und wir, also nicht nur die Freiburger sondern alle Teilnehmer, finden uns garantiert im nächsten Jahr wieder zu Bastis Geburtstag beim Bieber ein.

Zum Abschluss bedanken wir uns (alle) bei Basti für dieses grandiose Turnier mit allem drum rum. Besser hätte man es nicht machen können.