Am vergangenen Wochenende durfte ich als Wahlexilant einem grandiosen Tournament beiwohnen. 

 

Die 1. Vulkan Open im hessischen Herbstein standen an. Turnierorganisator und Rocco Plaue - Klon Sebastian Pilger (Petzi) samt seinen Teamern, die sich alle haupt- und nebenberuflich der Bespaßung von Kindern verschrieben haben, luden die Scheibenzunft zum fröhlichen Rupfen und fast alle kamen. Seit einem Jahr gibt es den Kurs in Herbstein und da war es naheliegend das C- Turnier direkt zu überspringen und den Herren und Damen aus dem Allgäu, Hamburg, Lünen, Rüsselbach und diversen anderen Scheiben- Metropolen ein B- Turnier anzubieten. 

 

Freitags mittags gemütlich 1,5h durch die Pampa ging es direkt zum Bezug der Unterkunft „im Kurs“. Praktischerweise liegt im traumhaft schönen Parkgelände mit dezentem Höhenunterschied (laut Fitnesstracker ca. 20 Stockwerke, also 50m oder so) neben einem Rentnerdomizil eine Jugendherberge so wie man das von früher noch kennt. Großes Haus mit etlichen Stockbett- Zimmern, Duschen im Keller, Pressen auf dem Gang und Zelte und Freizeitbeschäftigungen außerhalb, wie z. B. besagtes Discgolf. 

Vor Ort angekommen ging es direkt zur ersten Challenge- Betten beziehen. Was jeder Mittzwanziger aus dem Effeff beherrscht gestaltete sich hier dank tonnenhafter Mangelkräfte der Reinigung als mühsame Aufgabe. Doch nach reichlich Gefummel öffneten die Bezüge irgendwann ihre Mitte und nahmen die bereitwillig ausgebreiteten Decken und Matratzen in sich auf. In jedem Fall witzig weil bis dato schon diverse Dejá-vu’s aus längst vergessener Jungend auf mich einprasselten.

Next Step- Kurs checken. Erster Blick - geil - ein gemähter Park!!!!! Leider selten heutzutage da viele bekannte und beliebte Turniere im Kalender durch mangelhaftes Greenkeeping auffällig geworden sind. 

Der Standardkurs mit 12 Bahnen wurde nochmals um 6 Bahnen erweitert, die allesamt das Format für permanente Ziele haben. Nur Bahn 16 ist Dank des Fußballspielzwangs für deutsche Jugendliche wohl nicht durchsetzbar. Und Bahn 17 auch nicht, die ist nämlich total doof! 

Hervorzuheben sind meiner Meinung nach die Bahnen 6 (ich liebe Schneisen), Bahn 8 - die Insel - vom normalen Kurs bei der sich mehrfach faszinierendes ereignete. Reihenweise schafften es erfahrene Discogolfer nicht einen 50m Wurf geradeaus zu machen. Nur blöd, dass es anders nicht ging. Ohne Insel würde jeder sicher zur 2 hinlegen- auch klar. Weiterhin erwähnenswert sind Bahn 13 - die Scheibentod- Bahn schlechthin weil 30m über einen Teich geworfen werden muss um das rettende Grün zu erreichen sowie die Placement- Shot- Bahnen 15 und 16, aber die 16 bitte zukünftig ohne diese unnötigen OB’s.  

 

Nach und nach trafen alle Aspiranten ein, abends ging ein Teil noch zum Italiener an der Hauptstraße, der richtig gut ist! Parmesan- Schnitzel vom Allerfeinsten und der Rest sah auch lecker aus. 

 

 

Samstag früh, nach der ersten Nacht in einem Stockbett seit über 20 Jahren, zählten wir im Zimmer mehr als 10 Tote. Dank der nebenan weilenden Pferde hatten reichlich Fliegen den Weg in die Zimmer gefunden auf der Suche nach Abwechslung vom schnöden Alltags- Mist. Ab 8 Uhr Frühstück, vorbereitet von den Teamern, konnte man um 9 Uhr dem Playersmeeting lauschen. Gut vorbereitet und strukturiert wurden die wesentlichen Punkte angesprochen um für alle Teilnehmer einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Bereits hier schickte sich Petzi an klar zu machen, dass er kapiert hat was Organisation und Vorbereitung heißt- RESPEKT!

 

9.45 Uhr Tee- Off bei strahlendem Wolkenschein über 20 Grad konnte in knapp 2,5h eine Runde absolviert und dann beim deftigen Mittagsschmaus über die neuesten Erkenntnisse bei Wind und die mangelnde Konstanz gefachsimpelt werden. 

 

Ganz überraschend führten in allen Divisionen die vorauszusehenden Damen und Herren. Dahinter das gewohnte auf und ab der eher guten oder schlechten Spieler. 

 

Nach Runde 2 wurde ein weiteres Highlight im Herbergsleben entdeckt- Gruppenduschen. Um Verwechslungen und peinliche Zwischenfälle auszuschließen sogar stockwerksweise getrennt nach Jungen und Mädchen.

 

Im Nachgang gab es reichlich Grillmaterial, sogar an genießbaren Grillkäse für die Fleischfeinde hatte man gedacht. Wieder mal- RESPEKT! 

Danach dann das übliche Bild - Bier rein 2,3,4, und ab in die Kiste mit dir. Spazieren und Plastik werfen ist echt anstrengend und so war bei den meisten vor 23 Uhr der Bart ab. Bei einem Teilnehmer zusätzlich noch Resthaupthaar um sonntags besser angreifen zu können! Zum Glück war eine Bastelschere vor Ort. 

 

Sonntags waren alle noch da und durften sich bereits frühmorgens ausrechnen welche Scorings wer erreichen muss um wo zu landen um evtl. noch bei ultimativem Sommerwetter und reichlich böigem Wind Finale oder Halbfinale zu spielen. 

 

Erfreulicherweise hat der originale Rocco Plaue sein Spit- Out an Bahn 13 dieses Mal richtig versenkt. Cockrats!!!

 

Nach dem üblichen sinuskurvenartigen Verlauf jedes Wurfes und somit auch der Rundenergebnisse durfte der Verfasser zum zweiten Mal in seinem jungen Golferleben an einem Halbfinale teilnehmen (zugegebenermaßen haben quasi alle Open- Spieler teilnehmen dürfen weil tatsächlich gerade mal 25 Open gemeldet waren und es zwei DNF gab, aber schön war es dennoch). 

 

Nach einem packenden Stechen auf drei Bahnen und CTP um Platz 4 für das Fast- Opa- Finale gelang Frank „Fränklin“ Steinbrink der bessere Anwurf beim CTP auf Bahn 17, die ich immer noch doof finde (weil ich sie nicht kann), und durfte somit Platz 4 im Finale als gesichert ansehen. 

 

Beim Finale der Open- Division wurde auf den drei Bahnen am Herbergshaus wieder mal eindrucksvoll bewiesen wie einfach Discgolf aussieht wenn es Leute machen, die wissen wie es geht. 

 

Siegerehrung mit Pfannen, Brotboxen, Blumen und Urkunden und Danksagungen und…wieder mal einem überragend entspannt und gut gelaunten und tadellos vorbereiteten Petzi- RESPEKT. 

 

Ich gehe davon aus, dass ich hier im Namen aller Teilnehmer spreche wenn ich mit Fug und Recht behaupte organisatorisch stünde in Petzis Abgangszeugnis (der Gute zieht bald ins Münchner Umland um) ne glatte 1. Ganz großartig!!!

Und das mit dem Überlegen ob man vielleicht kommendes Jahr nochmal ein Turnier machen könnte beantwortet sich 63-stimmig mit: JA!!!

 

Gehabt euch wohl, ihr euer und unser

 

y=sin (x)

 

 *PS: Nein Wolfgang, die Vulkan- Open sind nachweislich nicht in der Vulkan- Eifel sondern im Vogelsbergkreis.

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